10 Poker Tipps

POKER: Gambling oder Strategie?

Seitdem ich mich mit Poker beschäftige, habe ich schon viele Menschen kennengelernt. Früher oder später kommt man immer auf das Thema Glück und Strategie zu sprechen. Wie hoch ist der Glücksfaktor beim POKER? Kann man sich durch strategisches Know-How tatsächlich einen Vorteil verschaffen, oder ist es letztendlich nur eine Frage von Fortuna, der Göttin des Glücks?

Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Auf einen kurzen Zeitraum gesehen, z. Bsp. einem Abend oder einem Turnier, kann der unwissende Spieler mit dem Glück an seiner Seite gewinnen. Langfristig gesehen verteilt sich das Glück der ausgeteilten Starthände allerdings auf alle gleich. Wir können eine Million Partien miteinander spielen, und werden nach der mathematischen Wahrscheinlichkeit genau so viele gleich gute wie schlechte Hände bekommen. Das ist wissenschaftlich bewiesen.

Was wir also an Starthänden ausgeteilt bekommen, und welche Gemeinschaftskarten vom Dealer in die Mitte des Tisches geteilt werden, ist reine Glückssache. Aber was man aus den Karten macht, wann man foldet - callt - raist, wie man sich seinen Chipstapel einteilt, auf welche Hand man seinen Gegner setzt, ob man bluffen oder lieber noch warten soll… und vieles mehr ist entscheidend, ob man langfristig gewinnt oder verliert.

Du kann alles in einem Turnier richtig machen und letztendlich trotzdem verlieren, oder nicht am erstrebenswerten Final Table landen. Aber ich kenne niemanden, der öfters nur durch Glück am Finale Table landete. In den Gewinnrängen sind meistens diejenigen immer wieder zu sehen, die sich einen guten Mix der vielschichtigen Fähigkeiten angeeignet haben, die man braucht, um wirklich erfolgreich zu pokern. Dies ist meine persönliche Erfahrung im Live und Online-Poker, und wird auch besonders in den letzten 2 Jahren unserer Pokermeisterschaft, dem SHOWDOWN PokerCup, deutlich.

Klar ist es nicht jedermanns Sache, sich mit Strategie, Mathematik und psychologischen Fähigkeiten auseinander zu setzten. Viele wollen einfach nur ab und zu mit Freunden an einem gemütlichen Abend in eine Runde Poker spielen und sich einfach keine Gedanken darüber machen. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Aber dann darf man nicht sauer sein, wenn man meistens verliert. Nun, solange der Spaß im Vordergrund steht und man keinen Ehrgeiz entwickelt, auch mal gewinnen zu wollen, wird es auch nicht notwendig sein, mal ein Pokerbuch zur Hand zu nehmen, einen Strategie-Artikel zu lesen, oder sich ein Coaching-Video anzuschauen. Aber ich behaupte, dass gewinnen einfach mehr Spaß macht, als ständig zu verlieren, stimmts?!

All jenen, die mehr über Poker erfahren möchten, sind diese 10 Tipps gewidmet, die ein erster Wegweiser für mehr Erfolg beim Poker sein mögen. Vielleicht führen diese Anregungen dazu, dass du dich mehr mit der Materie auseinandersetzen möchtest, oder sogar eine erfolgreiche Pokerkarriere startest.

Lass es mich in jedem Fall wissen! Auf unserer neuen Live- & Online Poker Community unter www.DoubleMeUp.com, kannst du mich persönlich anschreiben und dir auch Tipps und Tricks von erfahrenen Pokerfreunden holen. Dort gibt es übrigens auch ein umfangreiches Glossar, wo alle pokerspezifischen Begriffe erklärt werden, die hier im Mini-Glossar keinen Platz fanden.

 
Wertigkeiten
der Pokerhände

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Starting-Hand
Chart



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1. Handwertigkeiten

 

 

 

 

2. Starthände und Position

Aus den 52 Karten ergeben sich eine Reihe von möglichen Starthänden, aber nur wenige davon sind auch dazu geeignet, um in den Pot einzusteigen. Wähle deine Starthände sorgfältig aus und orientiere dich ggf. an einer Tabelle mit Starthänden. Eine entscheidende Rolle spielt die Position. Man unterscheidet vereinfacht gesagt zwischen früher (early), mittlerer (middle), später (late) Position, und den Blinds, sowie zwischen einem unraised Pot (wo also noch keine Erhöhung vorgenommen wurde), und einem Raised Pot.

Ich empfehle dir, überwiegend ausgewählte Hände zu spielen, viell. max. 20% aller Starthände, die du ausgeteilt bekommst. Diese solltest du dafür umso aggressiver spielen. Bei einem Sit & Go limpe ich nur ganz wenig Hände, wenn dann raise oder folde ich.

Diese Tabelle mag dir einen ersten Überblick geben, welche Starthände du raist, bzw. re-raist, alle anderen foldest du. (wobei ich hier nicht auf offsuit oder suited eingehe, das würde den Rahmen sprengen)

 

 

 

 

 

 

Early Pos.

Middle Pos.

Late Pos.

Blinds

AA-KK

RAISE

RAISE

RAISE

RAISE

QQ-JJ

Raise

Raise

Raise

Raise

TT-99

Fold

Fold

Raise

Raise

88-77

Fold

Fold

Raise

Raise

66-22

Fold

Fold

Raise

Raise

AK

Raise/
Reraise

Raise/
Reraise

Raise/
Reraise

Raise/
Reraise

AQ

Fold

Raise

Raise

Raise

AJ

Fold

Fold

Raise

Raise

KQ

Fold

Fold

Raise

Raise

QJ

Fold

Fold

Raise

Raise

 

 

Der Startinghand-Chart bezieht sich auf einen unraised Pot aus, d.h. du bist der erste Spieler der eine Aktion vornimmt (= open raise). Wenn bereits ein Spieler vor dir geraist hat, dann kannst du nur noch dann in den Pot einsteigen, wenn du eine Starthand hast, die eine Kategorie besser ist, als mit der du sonst aus deiner Position geraist hättest.


Beispiel: Der Spieler vor dir macht ein Raise auf 4BB (Big Blind), und du sitzt mit QJ in late Position. QJ wäre eine Hand mit der du aus deiner Position ein „open raise“ machst, aber zum callen einer Erhöhung ist QJ einfach zu schwach. Mit AK kannst du allerdings callen, in dem Fall sogar re-raisen.

 

 

3. Tight is right

Pokeranfängern wird besonders am Anfang geraten, tight zu spielen. Auch unter fortgeschrittenen Spielern ist der „Tight-Aggressive“ Stil (TAG) beliebt, und offensichtlich auf lange Sicht der profitabelste. TAG zu spielen heißt wenige ausgewählte Starthände aggresiv „straight forward“ zu spielen, also nicht zu zögerlich mit den Turnierchips sein.

Ein Beispiel: Du hältst KK und machst ein Standard-Raise (3 – 5 BB) vor dem Flop, zwei weitere Spieler steigen noch in den Pot ein. Es liegt bereits ein großer Pot in der Mitte und der Flop bringt 26J. Viele Spieler machen jetzt den Fehler und checken oder spielen nur ganz wenig an. Spiele hier auf jeden Fall mindestens den halben bis ganzen Pot an, und gib deinen Gegner keine Freecard am Turn. Erstens willst du deine Gegeneranzahl minimieren, und wenn einer bezahlt, dann willst du deinem Gegner auch so viele Chips wie möglich abnehmen. Versuche also, deine starken Hände maximal auszureizen, und deine Gegner durch richtiges Setzen zu Fehlern zu verleiten.

Wie schon erwähnt hast du besonders bei einem „Sit&Go“ nicht allzuviel Zeit, und die Top-Starthände kommen nicht oft genug, um hier slow play zu betreiben.

 

 

4. Mathematik und Wahrscheinlichken

Dieses Kapitel ist wohl am unliebsamsten, denn ich kenne kaum jemanden, der gerne rechnet. Das Wissen um die mathematischen Wahrscheinlichkeiten ist aber unabdingbar, um einen strategischen Vorteil beim Poker zu haben. Diesem Thema sind ganze Bücher gewidmet, aber man kann in Kürze folgendes sagen: Die Outs sind alle Karten, die deine Hand verbessern, und nach Möglichkeit zur besten Hand verhelfen. Hältst du also 67 auf der Hand und 58K liegt auf den Board, dann verhilft dir jede 4 und jede 9 zur Strasse. Man spricht auch von einem Openended Straight Draw (OESD) oder von „oben – unten“. Es gibt von den 52 Karten im Deck 4 Vierer und 4 Neuner, also hast du 8 Outs zur besten Hand. Die Odds (Gewinnchancen) sind die Gewinnwahrscheinlichkeiten, für das Eintreffen einer Hand. Einfach gesagt geht es darum, langfristig Gewinn zu machen, indem man z. Bsp. Draws nur dann weiterspielt, wenn die Pot Odds günstig sind.

 

 

Hier ein paar gängige Beispiele:

Outs

Beispielhand

Pot Odds

4

Gutshot (Bauchschuss), Full House Draw durch 2 Pair

11:1

8

Openendend Straigth Draw

5:1

9

Flush Draw

4:1

15

Straight Flush Draw

2:1

Bleiben wir bei dem Beispiel von oben, dem OESD. Diese Hand lohnt sich (langfristig) am Flop nur mehr dann weiterzuspielen, wenn wir Pot Odds von 5:1 oder besser bekommen.

D.h., wenn du 200 oder weniger in einen Pot von 1.000 Turnierchips investieren musst, passen die Pot Odds. Müsstest du 800 Chips in einen Pot von 1.000 investieren, stimmen die Pot Odds beiweitem nicht mehr, und von daher ist es unprofitabel, diese Hand weiterzuspielen.

 

 

 

 

4. Bankroll Management (BRM)

Eine Session oder ein Turnier verloren? Kein Problem! Solange deine Bankroll (Pokerkasse) stimmt. BRM ist sicher einer der wichtigsten Themen überhaupt, und soll gewährleisten, dass du nicht pleite gehen kannst. Hat man z. Bsp. 200€ in der Pokerkassa, kann man kein Sit&Go mit einem Buy-In von €50 spielen, da man dafür 20 – 30 mal so viele Buy-In´s im Hintergrund braucht. Mit €200 Bankroll sollte man SnG´s mir maximal €10 spielen.

Bei Multi-Table Turniere sollte die Bankroll sogar 30 – 50 Buy-In betragen, beim Cash Game 20 – 25 Buy-In (Table Stack).

 

 

 

 

5. Image ist alles!

Versuche dir ein Image am Tisch aufzubauen, und lasse deine Gegner stets im ungewissen über deine Spielweise und deine Starthände. Es gibt da sicher einige wenige Ausnahmen, aber generell solltest du deine Starthände nicht herzeigen. Also: Never show your cards.

 

 

 

 

6. Beobachtungsgabe und Pokerface

Die meisten Pokerneulinge sind ganz gierig darauf, ihre ausgeteilten Starthände zu erblicken, und versäumen dabei einen wichtigen Moment, genau dann ihre Gegner zu beobachten. Der Moment, wo jemand seine Starthand sieht, kann viel verraten. Auch sonst ist es wichtig, seine Gegner im Auge zu behalten, und nach wiederkehrenden, verräterischen „Tells“ Ausschau zu halten. Die Gegner anhand ihrer Tells einzuschätzen, oder seinen eigene Körpersprache unter Kontrolle zu halten ist schwer und ist eine Übungssache, die viel Menschenkenntnis und Erfahrung benötigt. Versuche dir während einer Hand einen gleichbleibenden Gesichtsausdruck zurechtzulegen, egal wie gut oder schlecht deine Karten sind.

 

 

 

 

7. Typische Anfängerfehler

Die meisten Anfänger machen immer wieder dieselben Fehler. Hier die häufigsten auf einen Blick:

         Spielen zu vieler Starthände
Man ist neugierig und will spielen! Aber vergiß nicht, „tight is right“.

         Tilt
Man verliert öfters mit der besseren Hand und wird zornig. In diesem Zustand, der auch „on tilt“ genannt wird, spielt man irrational und unprofitabel. Mach eine Pause oder hör für den Tag am Besten auf, wenn du deine „tilten Phasen“ nicht unter Kontrolle hast

         Falsches Bankrollmanagement
Wenn man verliert, und dann ein Limit nach oben geht, um  den Verlust wieder wettzumachen, geht das meistens gehörig in die Hose. Sehe es längerfristig und gehe sonst ein Limit nach unten, wenn deine Bankroll weniger wird. Steige erst dann wieder auf, wenn du genug Rückhalt hast.

         Learn to fold!
Ein ebenfalls weit verbreitetes Phänomen ist, dass sich die meisten Spieler nicht mehr von ihren Händen trennen können. Sind sie erstmal in einem Pot involviert, lassen sie nicht mehr los, und zahlen oft bis zum bitteren Ende. Das kommt meistens teuer, und ist einer der Hauptgründe, warum man „on tilt“ geht. Wenn du kein gutes Gefühl mehr hast, oder dich nicht mehr vorne siehst, folde die Hand einfach und warte auf die nächste Gelegenheit.

         Das Spiel persönlich nehmen
Man verliert gegen ein und denselben Gegner immer wieder, und beginnt es dann persönlich zu nehmen. Viel starten dann gegen diesen Spieler eine persönliche Vendetta und wollen es ihm „heimzahlen“. Vergiß das schnell wieder, denn es funktioniert einfach nicht.

 

 

 

 

8. Strategie & Coaching

Die Basis ist das theoretische Wissen. Aber das ist noch lange nicht alles. Die gute Nachricht ist, dass es mittlerweile eine riesige Auswahl an sehr guten Pokerbüchern und zahlreiche Strategiesektionen in Online-Pokerschulen gibt. Live Pokerschulen sind zwar sehr rar gesät, bieten aber die perfekte Kombination aus Theorie und Praxis. Denn wirklich gut wirst du nur durch die Erfahrung, und die erlangt man ausschließlich durch die Praxis, also Poker spielen. Darüber hinaus ist der Austausch sehr wichtig. Sprich mit Freunden nicht nur über deine Bad Beats, denn die interessieren meistens nur den, der sie erzählt. Schließe dich einem Pokersportverein an, diskutiere über Bespielhände, analysiere dein eigenes Verhalten und das deiner Gegner. Eine gute Möglichkeit ist auch der Austausch mit Gleichgesinnten in einer Poker Community.

Wirklich gute Spieler sind in der Lage, sich selbst zu hinterfragen und sich ständig weiterzubilden. Was mache ich falsch, wenn ich gerade kein „winning player“ bin? Habe ich die Hand optimal gespielt oder vielleicht einen kleinen aber entscheidenden Fehler gemacht? Büffle Strategieartikel, schau dir Strategie- & Coaching-Videos an, und am Besten ist es, wenn du gemeinsam mit einem Coach dein eigenes Spiel analysierst. Eine erfahrene Person hat von außen betrachtet einen anderen Blickwinkel und kann dich sicher auf so manche Fehler hinweisen, die man immer wieder macht, oder dir eine neue Sichtweise der Dinge zeigen. Der Austausch ist also elementar um sich ständig selber zu verbessern. Und die Konkurrenz schläft nicht! Es spielen Millionen von Menschen auf der Welt Poker, und die Stars werden immer jünger…

 

 

 

 

9. GEDULD! GEDULD! GEDULD!

Poker ist eine Geduldssache. Du musst es langfristig sehen und solltest nicht den Mut verlieren, wenn du mal einen „Downswing“ hast. Ich kenne Pokerspieler, die z. Bsp. in einer Session (einem Abend oder einer Online-Partie auf mehreren Tischen) unbedingt Gewinn machen wollen, und ständig auf ihren Kontostand schauen. Viel wichtiger ist es, die Session fehlerfrei zu spielen. Auch wenn du vielleicht mal mit Verlust abschließt, wirst du langfristig durch die konsequente Umsetzung der richtigen Strategie vorne sein. Viele Pokerspieler werden in gewissen Momenten inkonsequent, und verlieren dann in Kürze einen großen Teil des bereits aufgebauten Kapitals. Genau diese Schwäche der Anderen kannst du dir durch Disziplin und Kontinuität zunutze machen.

 

 

 

 

10. Spaß beim Pokern!

Poker ist Spannung, Lifestyle und Spaß! Poker ist ein grenzüberschreitendes Strategiespiel, das Menschen aller Schichten an einem Tisch zusammenbringt, die sonst wahrscheinlich nie zusammengekommen wären. Alle verbindet die Leidenschaft für dasselbe Thema.

Unangenehm wird es, wenn manche das zu ernst nehmen, oder auch noch ihren Gegner beschimpfen, wenn sie – scheinbar zu unrecht – verlieren. Der respektvolle und höfliche Umgang miteinander sollte selbstverständlich sein, und jeder soll so spielen, wie er will.

Und wenn es einem keinen Spaß mehr macht, dann sollte man besser aufhören und etwas anderes machen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Poker und ein gutes Blatt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Tipps in Kapitel 2 beziehen sich überwiegend auf die Spielvariante „Sit&Go“ Ein „Sit & Go“ (SnG) ist ein Pokerturnier mit 10 Spielern am Tisch. Die Top 3 sind in den Gewinnrängen (50/30/20%). Die Blinds steigen


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